Auch hier gilt: PrĂŒft als Erstes, was euer aktueller Bedarf an technischen GerĂ€ten ist. Denn jedes GerĂ€t, egal ob energiesparend oder nicht, verursacht in der Herstellung UmweltschĂ€den und verbraucht Ressourcen. Falls ihr wirklich ein neues GerĂ€t braucht, dann achtet auf eine hohe Energieeffizienz. Wenn ihr hier noch mehr eintauchen wollt, schaut euch auch den Guide Technik an.
GerÀte nachhaltig beschaffen
GerÀte nachhaltig beschaffen
Bedarf prĂŒfen
- Bevor ihr neue GerĂ€te anschafft, prĂŒft euren effektiven Bedarf. Braucht es wirklich diese Anzahl Scheinwerfer, Drucker, Lampen etc. oder lĂ€sst sich etwas redimensionieren?
- Haltet eure Inventarliste aktuell und macht darin Angaben zu Alter und Zustand der GerÀte. Mögliche Kategorien: GerÀtekategorie / Hersteller / Datum der Anschaffung / FunktionsfÀhigkeit / Energieverbrauch / Umgang bei Ende der Lebensdauer.
Defekte GerÀte reparieren
- Lasst defekte GerÀte, welche noch relativ neu und effizient sind, reparieren (ersetzt alte, energiefressende GerÀte).
- Erkundigt euch nach Ersatzteilen zur Instandstellung von ansonsten noch gut funktionierenden GerÀten (z.B. Buchsen, Spulen, GehÀuse).
- Alte, energieintensive GerÀte zu reparieren lohnt sich aus Umweltsicht nicht.
Energiesparende GerÀte kaufen
- Ersetzt in die Jahre gekommene energiefressende GerÀte, welche ihr oft nutzt, durch energiesparende Alternativen.
- PrĂŒft, ob ihr GerĂ€te, die nicht oft im Einsatz sind, mit anderen Kulturinstitutionen teilen oder ob ihr sie ausleihen könnt (z.B. beim KulturbĂŒro).
- Schafft immer die energieeffizientesten GerÀte an und achtet auf die Energieetikette (A = beste Klasse). Das gilt beim Neukauf, aber insbesondere beim Kauf von gebrauchten GerÀten.
- Hinterfragt die Grösse von GerÀten. Braucht es wirklich den grössten Bildschirm? Je grösser die BildflÀche, desto mehr Energie wird verbraucht.
Weitere Hilfsmittel
- Topten.ch: Ratgeber fĂŒr energieeffiziente GerĂ€te und technische AusrĂŒstung, Ăbersicht ĂŒber Förderprogramme
- Energiefranken.ch: Plattform fĂŒr diverse Förderprogramme im Bereich Energie
- Energieetikette fĂŒr Produkte
- KulturbĂŒro zum Ausleihen von Technik
Energie
Der Energieverbrauch macht rund zwei Drittel des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz aus. Er spielt somit eine entscheidende Rolle zur Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 des Bundes. Auch Kulturbetriebe verfĂŒgen in diesem Bereich ĂŒber einen grossen Handlungsspielraum. Viele der vorgeschlagenen Massnahmen könnt ihr selbst umsetzen, entweder in Zusammenarbeit mit euren GebĂ€udetechniker:innen oder mit UnterstĂŒtzung einer Energiefachperson.
Strategisch vorgehen
Es gibt zahlreiche Massnahmen im Energiebereich - einige sind einfach umzusetzen, andere brauchen Planung und Expert:innenwissen. Schafft euch als Erstes einen Ăberblick, indem ihr Ressourcen bereitstellt, ZustĂ€ndigkeiten definiert, Know-how intern und extern abholt und die fĂŒr euch wichtigsten Massnahmen definiert.
Ressourcen bereitstellen
- Massnahmen im Energiebereich sind mit Aufwand verbunden. Stellt ein Budget fĂŒr die Umsetzung bereit und plant auch die benötigten personellen Ressourcen ein.
ZustÀndigkeiten klÀren
- Wer kennt sich in eurem Betrieb am besten mit der GebÀudetechnik und den technischen GerÀten aus? Es ist wichtig, diese Personen von Anfang an zu involvieren.
- Ernennt Energiebeauftragte, die auf das Umsetzen und Einhalten von Massnahmen achten.
- Wem gehört das GebĂ€ude? Falls ihr Mieter:innen seid, tauscht euch mit dem/der GebĂ€udeeigentĂŒmer:in aus und macht ihn/sie auf Energiesparmassnahmen und Fördermöglichkeiten aufmerksam.
- SchÀtzt ab, welche Massnahmen ihr mit geringem Aufwand selbst umsetzen könnt und wo es Sinn macht, eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen.
Potenziale abschÀtzen
- Das GebĂ€ude ist alt und schlecht isoliert? Hier lohnt es sich, in die GebĂ€udehĂŒlle zu investieren (tretet allenfalls mit dem/der EigentĂŒmer:in in Kontakt).
- Die wichtigsten Treiber beim Energieverbrauch eines GebĂ€udes sind ĂŒblicherweise die Energie, die zum Heizen und fĂŒr Warmwasser verbraucht wird, aber auch der Stromverbrauch ist relevant. Wenn ihr an diesen Punkten ansetzt, könnt ihr bereits viel bewirken.
- Eure GerĂ€te und technischen Installationen befinden sich nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik? Dann prĂŒft energieeffiziente Lösungen.
- Euer GebĂ€ude/Betrieb funktioniert immer noch grösstenteils fossil? Ein Heizungsersatz und Umstieg auf erneuerbare Energien ist in diesem Fall zu prĂŒfen.
- Gut zu wissen: GebĂ€udehĂŒlle optimieren kommt vor Heizung ersetzen, damit diese nicht ĂŒberdimensioniert wird.
Ziele setzen
- Setzt euch Ziele (kurzfristige und langfristige), wie ihr mit dem Thema Energie in eurem Kulturbetrieb umgehen wollt.
- Ein kurzfristiges Ziel könnte die Optimierung der Regelparameter und Schaltzeiten bei den haustechnischen Anlagen (z.B. Klimaanlage) sein.
- Ein langfristiges Ziel sollte einen Absenkpfad beinhalten und sich nach den Vorgaben und Zielen des Kantons und des Bundes richten. Zum Beispiel: Bis 2040 erreichen von Netto-Null-Emissionen durch vollstĂ€ndige Umstellung auf erneuerbare Energien fĂŒr Heizung und Warmwasser im GebĂ€ude.
Energieberatung und Förderung einholen
- Je nach Kanton und Gemeinde gibt es verschiedene Förderprogramme und kostenlose Angebote im Bereich der Energieberatung. Informiert euch auf der Plattform energiefranken.ch.
Energieverbrauch kennen
Wo entstehen eigentlich am meisten Energiekosten und welche GerĂ€te sind besonders energieintensiv? Damit ihr wisst, wo es sich lohnt, anzusetzen, mĂŒsst ihr euren Energieverbrauch kennen. Nur so habt ihr eine faktenbasierte Grundlage fĂŒr die Planung konkreter Massnahmen und werdet auch wirklich mit finanziellen Einsparungen belohnt. Einfache Analysen könnt ihr selbst vornehmen; fĂŒr ein ausfĂŒhrlicheres Monitoring lohnt es sich, eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen.
Energieverbrauch selbst erfassen
- Schaut euch eure Strom- und Heizkostenabrechnungen an und identifiziert, wofĂŒr ihr am meisten Energie verbraucht (Heizung, Beleuchtung, GerĂ€te etc.).
- Notiert euch den monatlichen und jÀhrlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh), um eine Ausgangsbasis zu haben.
- Nutzt kostenlose Online-Tools oder Energiespar-Apps (z.B. «EnergieCheck»), um euren Verbrauch zu verfolgen.
- Beobachtet, ob und wie sich euer Verbrauch Àndert nach der Umsetzung von Massnahmen.
Energiefresser finden
- Geht mit einem einfachen StrommessgerÀt (beim Energieversorger ausleihen) durch eure RÀume und messt den Verbrauch von GerÀten im Betrieb und im Standby-Modus.
- Bei grösseren Betrieben kann es sich lohnen, eigene StrommessgerĂ€te anzuschaffen und den Verbrauch von GerĂ€ten Sektor fĂŒr Sektor (z.B. HauptbĂŒhne, Eingangsbereich, Bar) zu messen und monatliche und jĂ€hrliche Vergleichswerte anzustellen. Z.B. wird die Bar jeden Januar gemessen, BĂŒhne 1 im Februar usw..
- Lokalisiert elektrische GerÀte, die viel Strom verbrauchen, um sie zeitnah auszutauschen (z.B. Umstellung auf LED) oder ihren Betrieb zu optimieren (z.B. durch Einschalten des Energiesparmodus).
- Bei hohen Verbrauchszahlen: PrĂŒft, ob diese in Zusammenhang mit besonders energieintensiven Produktionen oder speziellen Ereignissen stehen und thematisiert dies im Team.
AusfĂŒhrliches Monitoring
- Definiert gemeinsam mit einem/einer Expert:in relevante Energiekennzahlen, welche ihr regelmÀssig erfasst. Diese werden euch dabei helfen, Optimierungspotenzial zu erkennen (z.B. Energieverbrauch pro NettobezugsflÀche, pro Mitarbeiter:in oder pro Besucher:in).
- Analysiert den Energieverbrauch nach Nutzungszweck (Heizung, KĂŒhlung, Beleuchtung, Warmwasser etc.) oder nach einzelnen GerĂ€ten (z.B. KĂŒhlschrĂ€nke). So bekommt ihr einen noch klareren Eindruck davon, wo ihr mit Energiesparmassnahmen am besten ansetzt.
- PrĂŒft den Einsatz digitaler Technologien und intelligenter GebĂ€udesteuerung zur Messung und Optimierung des Energieverbrauchs.
- Engagiert eine:n Energieberater:in, der/die euch bei der Analyse und dem Aufsetzen eines Monitorings unterstĂŒtzt. In vielen Kantonen und Gemeinden gibt es kostenlose Angebote; informiert euch unter energiefranken.ch.
Weitere Hilfsmittel
- Topten.ch: Ratgeber fĂŒr energieeffiziente GerĂ€te und technische AusrĂŒstung, Ăbersicht ĂŒber Förderprogramme
- Energiefranken.ch: Plattform fĂŒr diverse Förderprogramme im Bereich Energie
- Ratgeber Energieeffizienz der Schweizerischen Agentur fĂŒr Energieeffizienz (S.A.F.E.)
- Energiespar-App «EnergieCheck», co2online GmbH
Verbrauch direkt reduzieren
Energie sparen muss nicht kompliziert sein. Es gibt viele einfach umsetzbare Massnahmen. Wichtig ist, dass das gesamte Team regelmĂ€ssig darĂŒber informiert wird, wie der Energieverbrauch im Betriebsalltag gesenkt werden kann.
Richtig lĂŒften
- Schliesst Fenster und TĂŒren, wenn geheizt oder gekĂŒhlt wird, um WĂ€rmeverluste zu vermeiden.
- Fenster nicht gekippt lassen, dafĂŒr kurzes und intensives StosslĂŒften.
Raumtemperatur anpassen
- Könnt ihr die Raumtemperatur selbst regeln? Dann ĂŒberprĂŒft, ob es die Nutzung erlaubt, sie zu senken. Jedes reduzierte Grad kann bis zu 6% Heizenergie sparen. Beachtet dabei die unterschiedlichen TemperaturbedĂŒrfnisse der Mitarbeitenden und KĂŒnstler:innen.
- Nutzt Sonnenschutz wie RolllĂ€den oder Markisen, um RĂ€ume im Sommer vor Aufheizung zu schĂŒtzen.
- LĂŒftet im Sommer frĂŒh am Morgen und in der Nacht, da die Aussenluft dann kĂŒhler ist als die Raumtemperatur.
Warmwasser sparsam einsetzen
- Nutzt warmes Wasser besonders sparsam. Der Energiebedarf fĂŒr Warmwasser kann bis zur HĂ€lfte des gesamten WĂ€rmeverbrauchs ausmachen.
- Meldet tropfende Armaturen oder kĂŒmmert euch gleich selbst darum, indem ihr die AufsĂ€tze reinigt und entkalkt.
Licht ausschalten
- Sorgt dafĂŒr, dass ungenutzte RĂ€ume nicht beleuchtet werden. Selbst wenn ihr einen Raum nur kurz verlasst.
- Setzt nur so viel Beleuchtung ein, wie nötig und schaltet unnötige Lichtquellen ab.
- Nutzt Dimmer, wenn vorhanden, sie sparen bis zu 80% Strom.
GerÀte energiesparend einsetzen
- PrĂŒft Energiesparfunktionen bei jedem GerĂ€t. Nutzt den Ruhemodus bei Laptops und wĂ€hlt Eco-Programme bei GeschirrspĂŒl- und Waschmaschinen. Trotz teilweise sehr viel lĂ€ngerer Betriebszeiten wird dadurch enorm viel Energie eingespart.
- Vermeidet den Stand-by-Modus: Schaltet Monitore, Computer, Kaffeemaschinen und sonstige GerÀte bei lÀngerem Nichtgebrauch komplett aus, mit dem Netzschalter oder mit einer Steckdosenleiste. Gerade Àltere Modelle verbrauchen im Stand-by unnötig Strom.
Ăkologisch waschen
- Wenn ihr in-house ĂŒber eine Waschmaschine verfĂŒgt: wascht bei reduzierter Temperatur (z.B. 20-30°C anstelle 60°C). Ihr könnt so bis zu 70% Strom sparen. Bei den meisten modernen Waschmaschinen und Waschmitteln reichen niedrige Temperaturen fĂŒr saubere WĂ€sche völlig aus.
- Verwendet umweltfreundliche, biologisch abbaubare Waschmittel.
Weitere Hilfsmittel
- Save Water: Tipps zum Wasser und Energie sparen
- Anleitung ökologisch waschen, reflector
- EnergieSchweiz: Tipps und Infos zu Energieeffizienz
- Ratgeber Energieeffizienz der Schweizerischen Agentur fĂŒr Energieeffizienz (S.A.F.E.)
Auf erneuerbare Energie setzen
Erneuerbare Energien sind der SchlĂŒssel zur Energiewende. Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch in der Schweiz betrĂ€gt zurzeit rund ein Viertel - es gibt also noch viel Luft nach oben! Die Energiestrategie 2050 des Bundes hat zum Ziel, dass bis 2050 schweizweit 100% erneuerbare Energie fĂŒr WĂ€rme, Heizung und Strom eingesetzt werden soll. Aus diesem Grund werden erneuerbare Energien stark gefördert â profitiert euer Betrieb bereits davon?
Erneuerbare Energie verwenden
- Analysiert euren Energieverbrauch und Strommix. Wie viel davon stammt bereits aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind und Wasser und wie viel basiert noch auf fossilen Energiequellen wie Gas und Erdöl?
- Bezieht 100% Ăkostrom (Strom aus erneuerbaren Energiequellen). Besser noch: Verwendet Strom mit dem Label «naturemade star» â so könnt ihr sichergehen, dass er nicht nur 100% erneuerbar, sondern auch 100% ökologisch ist.
- Ersetzt fossile Heizungen oder Elektroheizungen durch erneuerbare Energiesysteme (FernwÀrme, WÀrmepumpe, SolarwÀrme).
- PrĂŒft eine Warmwassererzeugung, die auf erneuerbaren Energien basiert. Beliebt sind kombinierte Systeme wie Photovoltaik und WĂ€rmepumpen. Dabei wird ĂŒberschĂŒssiger Solarstrom genutzt, um Wasser mit einer WĂ€rmepumpe zu erwĂ€rmen.
Erneuerbare Energie produzieren
- Informiert euch, wie viel Strom und WĂ€rme ihr potenziell selber produzieren könnt. Hierzu könnt ihr den Solarrechner von Swissolar oder die Plattform Sonnendach des Bundesamts fĂŒr Energie nutzen.
- Kontaktiert einen Solarprofi und lasst euch beraten.
Fördergelder beantragen
- Die Verwendung erneuerbarer Energien wird gefördert. Es gibt Programme fĂŒr einen Heizungsersatz, fĂŒr die Installation einer Solaranlage und vieles mehr. Erkundigt euch ĂŒber die zahlreichen Möglichkeiten (vgl. weitere Hilfsmittel).
Weitere Hilfsmittel
- Plattform energiefranken.ch fĂŒr diverse Förderprogramme im Bereich Energie
- Das GebĂ€udeprogramm: Förderprogramm fĂŒr energetisch wirksame bauliche Massnahmen
- ProKilowatt: Förderprogramm des Bundesamtes fĂŒr Energie zur Reduktion des Stromverbrauchs
- Kantonale Energiefachstellen, Energiehub GebÀude
- Erneuerbare Energien (Ăberblick), EnergieSchweiz
- Programm «erneuerbar heizen», EnergieSchweiz
- Förderplattform von Energie Zukunft Schweiz
- Plattform Sonnendach, Bundesamt fĂŒr Energie
- Solarrechner von Swissolar
- Solarprofi-Suche von Swissolar
- GĂŒtesiegel naturemade
In die GebĂ€udehĂŒlle investieren
In der Schweiz entfallen rund ein Drittel des Energieverbrauchs und 25% der COâ-Emissionen auf GebĂ€ude. Je nach Zustand, Alter und Typ des GebĂ€udes könnt ihr euren Energieverbrauch um bis zu 50% reduzieren, wenn ihr in die WĂ€rmedĂ€mmung investiert. Es gibt in diesem Bereich zahlreiche Fördermöglichkeiten. Zudem können Massnahmen am und um euer GebĂ€ude einen positiven Beitrag zum Schutz und zur Förderung der Artenvielfalt leisten.
Die AussenwÀnde, den Keller und das Dach isolieren
- Ist euer GebĂ€ude sanierungsbedĂŒrftig? Dann klĂ€rt mit einer Fachperson ab, wie man Fenster, Fassade und Dach energetisch sanieren könnte. Sie wird euch auch ĂŒber die verschiedenen Fördermöglichkeiten informieren.
- Seid ihr Mieter:innen? Dann tretet in Austausch mit der/dem GebĂ€udeeigentĂŒmer:in und setzt sie/ihn ĂŒber mögliche Einsparungen und Fördermöglichkeiten in Kenntnis.
- Informiert euch ĂŒber organische DĂ€mmstoffe wie Holzfasern, Schafwolle oder Hanf, da diese oft umweltfreundlicher sind als andere Materialien. Nutzt dieses Wissen in der Zusammenarbeit mit Fachpersonen oder im Austausch mit der GebĂ€udeeigentĂŒmer:in.
Alte Fenster sanieren
- WÀhlt Fenster mit geringem Rahmenanteil (Glas dÀmmt besser als Rahmen).
- BerĂŒcksichtigt die Energieetikette fĂŒr Fenster.
- Kommt ein vollstĂ€ndiger Fensterersatz fĂŒr euch nicht in Frage, prĂŒft die Option eines Renovationsfensters.
BiodiversitĂ€t schĂŒtzen und fördern
- BegrĂŒnt DĂ€cher und Fassaden. Nebst der Förderung der BiodiversitĂ€t trĂ€gt diese Massnahme zur KĂŒhlung des GebĂ€udes und seiner Umgebung bei.
- Entsiegelt VorplĂ€tze und/oder installiert Pflanztöpfe mit Wildblumenmischungen. Entsiegelte FlĂ€chen speichern Wasser und sorgen so fĂŒr AbkĂŒhlung, besser gefĂŒllte Grundwasserspeicher und eine höhere COâ-Aufnahme des Bodens.
- Gleicht die durch euer GebĂ€ude ĂŒberbaute FlĂ€che aus, indem ihr die Aufwertung einer entsprechend grossen Kompensations-FlĂ€che ermöglicht. Vielleicht gibt es in der NĂ€he eine Stelle, die ihr naturnah gestalten könnt?
- Schaltet unnötige Lichtquellen ausserhalb eures GebĂ€udes aus (z.B. LeuchtkĂ€sten, Schaufenster). Zu viel kĂŒnstliches Licht stört nachtaktive Tiere und kann die Artenvielfalt gefĂ€hrden.
- Sollte bezĂŒglich Fassadenbeleuchtung ein ĂŒbergeordnetes Interesse seitens der Behörden bestehen, tretet mit ihnen in Austausch und sucht gemeinsam nach Möglichkeiten, die Beleuchtung zu reduzieren.
- Installiert NistkĂ€sten fĂŒr Vögel oder FledermauskĂ€sten. Auch Insektenhotels bieten Unterschlupf fĂŒr zahlreiche Arten.
Weitere Hilfsmittel
- Energiefranken.ch: Plattform fĂŒr diverse Förderprogramme im Bereich Energie
- Energieetikette fĂŒr Fenster, Bundesamt fĂŒr Energie
- Energieheld.ch: Beratungsportal fĂŒr die energetische GebĂ€udesanierung
- Organische DĂ€mmstoffe: Baunetz Wissen, Informationsplattform rund ums Bauen
- https://www.darksky.ch: Informationen zum Thema Lichtverschmutzung
- Toolbox Siedlungsnatur: Praxiswissen, Werkzeuge und Inspiration zur Förderung der BiodiversitÀt
- Get Nature Positive: Naturbörse zur Kompensation ĂŒberbauter FlĂ€chen
- Stadtwildtiere Schweiz: Wildtierfreundlicher Garten - Einfache Tipps fĂŒr den grossen Unterschied
GebÀudetechnik verbessern
Indem ihr bestehende technische Anlagen regelmĂ€ssig unterhaltet, Einstellungswerte ĂŒberprĂŒft und den Betrieb optimiert, habt ihr ein riesiges Potenzial, den Energieverbrauch zu senken und Kosten zu sparen. Ein weiterer grosser Hebel ist der Ersatz von fossilen Heizungssystemen mit erneuerbaren Alternativen. Die Beleuchtung spielt eine besonders wichtige Rolle in der Kultur, weshalb sie separat behandelt wird.
Anlagen warten
- Reinigt Anlagen und wechselt Filter regelmÀssig. Die HÀufigkeit wird meistens vom Hersteller angegeben, ist aber auch abhÀngig von Standort und Nutzung der Anlage.
- Befolgt Wartungs- und Pflegehinweise fĂŒr Leuchten und Reflektoren.
- Erstellt einen Wartungsplan fĂŒr alle technischen Anlagen (und haltet ihn ein).
Anlagen regeln und optimieren
- Optimiert die LĂŒftung, indem ihr zum Beispiel die Betriebszeiten anpasst und Luftmengen in ungenutzten RĂ€umen reduziert.
- ĂberprĂŒft die relative Luftfeuchtigkeit, denn sie beeinflusst die WohlfĂŒhltemperatur. Bei höherer Luftfeuchtigkeit wird eine tiefere Raumtemperatur als angenehm empfunden, was wiederum Energie spart. Der optimale Bereich liegt zwischen 40 und 60%.
- Informiert euch ĂŒber verschiedene Möglichkeiten der natĂŒrlichen BelĂŒftung, um den KĂŒhlbedarf im Sommer zu reduzieren (z.B. QuerlĂŒftung, NachtauskĂŒhlung, automatisierte Fensterantriebe).
- Definiert Zonen mit unterschiedlichen Temperaturanforderungen (z.B. Zuschauerbereich, BĂŒrorĂ€ume, LagerrĂ€ume, ungenutzte RĂ€ume etc.) und passt die Raumtemperatur entsprechend an. Nochmals: Jedes Grad weniger spart rund 6% Energie.
- Installiert WindfÀnge oder ThermovorhÀnge in Eingangsbereichen, um WÀrmeverluste im Winter zu vermeiden.
Klimakorridore in Museen einfĂŒhren
- Setzt euch mit den Klimawerten eurer Exponate und SammlungsgegenstĂ€nde auseinander. Welche sind bezĂŒglich klimatischer Bedingungen flexibler im Umgang? Welche brauchen spezielle Aufbewahrungsbedingungen?
- Informiert euch auf der Plattform Museumsklima ĂŒber die EinfĂŒhrung eines erweiterten Klimakorridors. Dieser Ansatz ermöglicht es, innerhalb eines definierten Bereichs (Korridor) zu arbeiten, anstatt einen festen Sollwert fĂŒr Temperatur und Luftfeuchtigkeit einzuhalten.
- Trefft Absprachen mit SammlungseigentĂŒmer:innen und zieht Restaurator:innen und Materialexpert:innen hinzu.
Klimafreundliche KĂŒhlmittel verwenden
- PrĂŒft bestehende KĂŒhlmittel auf ihre KlimaschĂ€dlichkeit (besonders klimaschĂ€dlich sind vor allem die teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW)).
- Nutzt die Förderungsmöglichkeiten durch die Stiftung KliK bei der Umstellung auf klimafreundliche Alternativen (z.B. COâ, Ammoniak).
- PrĂŒft bei der Wartung der KĂŒhlanlagen auf Leckagen (auch kleine GerĂ€te wie z.B. SplitgerĂ€te). Wenn KĂ€ltemittel entweicht, fĂŒhrt dies zu direkten COâ-Emissionen.
Energieeffiziente Warmwasserbereitstellung
- Energiesparen sollte nicht auf Kosten der Gesundheit gehen. Sorgt dafĂŒr, dass die Boilertemperatur 1-2 Mal pro Woche 60°C betrĂ€gt, um Legionellenwachstum zu verhindern (mit Legionellenschaltung oder manuell).
- Isoliert Warmwasserleitungen mit vorgefertigten DĂ€mmhĂŒlsen.
- PrĂŒft eine bedarfsgerechte Warmwasserbereitstellung (z.B. Sommerpause berĂŒcksichtigen).
- Installiert sparsame Strahlregler (Durchflussbegrenzer, Wasserspareinsatz, Perlator). Das spart gleichzeitig Wasser und Energie.
Heizung ersetzen
- Wenn ihr noch ĂŒber eine fossile Heizung (Ăl oder Gas) verfĂŒgt, lohnt sich der Umstieg auf eine erneuerbare (FernwĂ€rme, WĂ€rmepumpe, SolarwĂ€rme). Erkundigt euch nach Fördermöglichkeiten und KlimaprĂ€mien.
- Bevor ihr die Heizung ersetzt, ĂŒberprĂŒft, ob ihr alle Massnahmen im Bereich der Optimierung der GebĂ€udehĂŒlle umsetzen konntet. So stellt ihr sicher, dass die neue Heizung auf das GebĂ€ude abgestimmt und nicht ĂŒberdimensioniert wird.
Weitere Hilfsmittel
- Empfehlung Klimakorridor Museumsklimatisierung, Deutscher Museumsbund
- Stiftung KliK: Verschiedene Förderprogramme fĂŒr Unternehmen und GebĂ€ude (u.a. Förderung von klimafreundlichen KĂ€ltemitteln, wassersparende Armaturen etc.)
- erneuerbarheizen.ch: Informationen ĂŒber erneurerbare Heizsysteme
- Förderplattform von Energie Zukunft Schweiz
Beleuchtung optimieren
Die Beleuchtung gilt es im Kulturbetrieb ganz besonders unter die Lupe zu nehmen. Durch eine Optimierung könnt ihr viel Energie und somit auch Kosten sparen. Zuerst solltet ihr den tatsĂ€chlichen Bedarf prĂŒfen. Danach ist es höchste Zeit fĂŒr den Umstieg auf LED â idealerweise in Kombination mit einem intelligenten Beleuchtungssystem.
Bedarf prĂŒfen
- PrĂŒft den effektiven Lichtbedarf: Welche RĂ€ume mĂŒssen wie lange und wie stark ausgeleuchtet werden?
- Erstellt ein Lichtkonzept fĂŒr verschiedene Nutzungsarten (Probelicht, Vorstellungslicht, Reinigungslicht etc.) und RĂ€umlichkeiten (Lager, BĂŒroarbeitsplĂ€tze etc.) und kommuniziert dieses allen Nutzer:innen.
- Vereinfacht die richtige Nutzung durch Beschriftung der Schalter.
Umsteigen auf LED
- Tauscht alte GlĂŒhbirnen und Halogenlampen durch LED-Leuchtmittel aus - sie verbrauchen bis zu 80% weniger Strom. Zudem geben sie auch weniger WĂ€rme ab und entlasten so die Klimatechnik.
- PrĂŒft die Möglichkeit einer NachrĂŒstung mit LED-Leuchtmitteln in bestehenden konventionellen Lampensockeln.
- Ersetzt Scheinwerfer in VeranstaltungsrÀumen durch LED-Scheinwerfer. Mit der heutigen Technologie lassen sich praktisch alle Farbstimmungen mischen.
Intelligentes Beleuchtungssystem implementieren
- Setzt in euren RĂ€umlichkeiten Bewegungs- und PrĂ€senzmelder ein. PrĂ€senzmelder eignen sich fĂŒr BĂŒros oder AusstellungsrĂ€ume, Bewegungsmelder fĂŒr Flure, TreppenhĂ€user oder Aussenbereiche. BerĂŒcksichtigt Faktoren wie Raumhöhe, Belegung und Tageslichteinfall. Konsultiert eine:n Expert:in fĂŒr optimale Platzierung und Einstellung.
- Installiert Dimmer oder wÀhlt dimmbare Beleuchtungssysteme. Achtet auf die KompatibilitÀt zwischen LED-Lampen und Dimmern.
- Schult das Personal im effizienten Umgang mit den neuen Beleuchtungssystemen.
Weitere Hilfsmittel
- toplicht.ch: Spezifische Förderprogramme im Bereich Beleuchtung
- Effiziente Beleuchtung mit LED, Tipps von EnergieSchweiz
- Initiative energylight, Schweizer Licht Gesellschaft SLG
- «Lichtsteuerung mit Sensoren», Beitrag von energie-experten.ch
Mitarbeiter:innen involvieren
Wie viel Energie ihr letztendlich sparen könnt, hĂ€ngt davon ab, ob alle im Kulturbetrieb an einem Strang ziehen. Gebt dem Thema genug Platz, indem ihr es regelmĂ€ssig besprecht und darĂŒber informiert. Schafft die richtigen Voraussetzungen, damit ihr das Wissen im Betrieb kontinuierlich ausbauen könnt.
Informieren
- Kommuniziert regelmĂ€ssig ĂŒber Energiesparmassnahmen und informiert darĂŒber, wie viel Energie dadurch eingespart werden kann.
- Gebt klare Handlungsempfehlungen, wie jede:r Einzelne durch einfache Massnahmen Energie sparen kann.
- Macht möglichst genaue Vorgaben und formuliert kurze Anleitungen, wo es eventuell nicht selbsterklÀrend, aber besonders effizient ist (z.B. Einstellen des Thermostats auf Stufe 3 - das entspricht ca. 20°C).
- Schafft Möglichkeiten, damit Mitarbeitende eigene Ideen einbringen und Fragen stellen können.
Erfolge kommunizieren und feiern
- Ihr habt durch die Umstellung auf LED 15% Energie eingespart? Erfolg! Teilt grosse und kleine Fortschritte mit dem gesamten Team und feiert eure gute Arbeit gemeinsam. Dies motiviert zu weiterem Engagement.
- Erstellt ein âErfolgsboardâ (am besten physisch), um Fortschritte - aber auch Misserfolge - gut sichtbar zu kommunizieren und um Ideen aufzunehmen.
Weiterbilden
- Ermöglicht euren technischen Angestellten und Nachhaltigkeitsbeauftragten gezielte Aus- und Weiterbildungen im Bereich Energie.
- FĂŒhrt regelmĂ€ssig Mitarbeiterveranstaltungen fĂŒr die gesamte Belegschaft durch, um alle im Bereich Energieverbrauch zu schulen und zu sensibilisieren.